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Bruno ermittelt wieder: „Bredouille“ zwischen Krimi und Küsschen

Ein vermeintlicher Suizid, Dorfpolizist Bruno mit Gespür und liebe Hunderl: In „Bredouille“ serviert Martin Walker Action und Genuss. Aber wo bleibt die Krimi-Spannung?
Zwei Basset Hounds mit langen Ohren sitzen nebeneinander auf einer Wiese im Garten.

Der Fall scheint klar, als Dorfpolizist Bruno die Leiche einer Geschäftsfrau in ihrem Auto findet. Neben ihr liegen drei Abschiedsbriefe. Doch der Beamte hat eine Ahnung ...

Bredouille“ von Martin Walker ist der 18. Fall des Chef de police aus Saint Denis im französischen Vézère-Tal. Brunos Fälle haben eine eingeschworene Fangemeinde: Menschen, die Frankreich lieben. Kochbücher mit den Rezepten des Kommissars gibt es ebenso wie Reiseführer auf seinen Spuren.

Bruno ist Polizist und Jean Dampf

Bruno ist ein Jean Dampf in allen Gassen: mutig, gesellig, ein leidenschaftlicher Koch – am liebsten brät er mit Entenfett. Er keltert Wein, kommt bei den Damen gut an und liebt das Küsschen zur Begrüßung. Sein Basset-Rüde Balzac erweist sich als ausgezeichneter Postillon d’Amour.

Fluss mit steinener Bogenbrücke, umgeben von dicht bewaldeten Hügeln und einer grünen Wiese.

Martin Walker: „Bredouille“, Diogenes. 384 Seiten. ca. 27 Euro 

Daneben ist er in der „Bredouille“. Er muss sich mit den Grünen herumschlagen, weil er Jäger ist. Rechtsextreme gehen ihn an, weil Migranten in seinem Rugby-Team spielen. Auch mit Machtmissbrauch im Polizeiapparat bekommt er es zu tun.

Das sorgt für permanente Action, aber vieles bleibt oberflächlich. Im Trubel gerät der Krimi um die Tote, und damit die Spannung, in den Hintergrund. Wer jedoch französisches Savoir-vivre, Trüffel und das Klirren von Weingläsern liebt, ist gut bedient.

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