Roadmovie Richtung Sterbehilfe: "Bon Voyage -Bis hierher und noch weiter"
Hélène Vincent (Mitte) und Pierre Lottin (re.) im klapprigen Wohnmobil.
Die Französin Hélène Vincent zählt zu den wenigen Schauspielerinnen, die im Alter von 82 Jahren noch eine lebhafte Kinokarriere bestreiten. Zuletzt sah man sie in François Ozons „Wenn der Herbst naht“ als Großmutter mit Geheimnis, nun spielt sie eine Großmutter mit Krebs.
Weil ihre Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist, beschließt Marie, in die Schweiz zu fahren und dort Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Auf den dazu notwendigen Papieren fehlt ihr nur noch die Unterschrift ihres Sohnes Bruno – doch der vergisst auf den Termin. Stattdessen springt Altenpfleger Rudy (Pierre Lottin) ein und unterschreibt. Als schließlich Sohn und Enkeltochter auftauchen, überredet Marie die beiden, mit ihr und Rudy in einem klapprigen Wohnmobil in die Schweiz zu fahren. Die beiden haben keine Ahnung von Maries Vorhaben. Und obwohl Marie ihrem Pfleger Rudy versprochen hat, ihrer Familie die Wahrheit zu sagen, zögert sie den Zeitpunkt immer wieder hinaus.
In ihrem sympathischen Regiedebüt hat die Schauspielerin Enya Baroux das schwere Thema Sterbehilfe in die weiche Watte der Tragikomödie gepackt. Ihr halb traurig, halb amüsant erzähltes Roadmovie neigt allerdings zu einer sprunghaften Handlung, die sich emotional nicht immer rund abfedern lässt.
INFO: F 2025. 97 Min. Von Enya Baroux. Mit Hélène Vincent, Pierre Lottin.
Kommentare