Bob Dylan - Ein Musikmythos in Bildern

Zu seinem 70. Geburtstag erschien ein prächtig bebilderter Fotoband über die frühen Jahre der Ausnahme-Karriere Bob Dylans.

Am 24. Mai 1941 wurde Robert Allen Zimmerman in Duluth, Minnesota geboren. Als Bob Dylan stieg in den Sechziger Jahren zu einem der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts auf. Die Bilder und (zum Teil) die Bildbeschreibungen dieser Diashow stammen aus dem Fotoband: "Bob Dylan. Bilder eines Lebens – die frühen Jahre" (erschienen im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag).

Bild: Seine erste Gitarre kauft Bob Dylan 1959, eine Martin 1949 00-17. Es folgt eine alte akustische Gibson. Mit ihr ist er auf dem Cover seines ersten Albums zu sehen – und auf diesem Foto, aufgenommen in New York City im September 1961. Jeder Song, jeder Text des legendären Musikers wurde von den "Dylanologen" zerpflückt, diskutiert und in Hunderten Laufmeter an Literatur behandelt. Zum 70. Geburtstag des wohl wichtigsten Einzelkünstlers der Rockmusik erschien soeben "Bob Dylan. Bilder eines Lebens – die frühen Jahre". Der Fotoband zeigt den Aufstieg Bob Dylans in Bildern, mit einem Begleittext von Rainer Bratfisch.

Bob Dylan. Bilder eines Lebens – die frühen Jahre
Mit Fotografien von Michael Ochs, Elliott Landy, Barry Feinstein, Frank Driggs, John Cohen, Douglas R. Gilbert, Dezo Hoffmann, David Magnus, Monte Fresco, Richard Mitchell, Harry Goodwin, Brian Moody, Peter Sanders u.a. Texte von Rainer Bratfisch

Premium-Hardcover im Großformat. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2011, 30,80 Euro Gezeigt wird die Frühzeit von Dylans Karriere von 1961 bis 1970. Beginnend mit den frühen Tagen in New York, als Suze Rotolo den Neuankömmling mit der Szene vertraut machte.

Bild: Die Beziehung zu Suze Rotolo inspiriert Bob Dylan zu Songs wie "Don’t think twice, it’s all right", mit denen er die bis dahin übliche Form des romantisch verklärten Lovesongs um eine zartbittere Note erweitert. Die in dem Bildband verzeichneten Stationen reichen bis 1970, als der Sänger sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurückzog.

Bild: Im April 1962 schreibt Bob Dylan in einer New Yorker Folk-Kneipe den Text zu "Blowin in the Wind". Der Song wird zur Hymne der Folk-Rock-Bewegung – mit unzähligen Coverversionen. Nachvollziehbar wird in dem Bildband, wie Dylan auch an der eigenen Mythenbildung arbeitete. Aus den verschiedenen Posen ist erkennbar, dass sich "Sir Bob" schon damals seines Status durchaus bewusst gewesen sein muss.

Bild: Bob Dylan sieht sich ab 1963 nicht mehr als Songschreiber, sondern als Dichter. Er will Gedichte für ein großes Publikum schreiben, für die Leute von der Straße, wie sein großes Vorbild Arthur Rimbaud. "Du musst nicht hungern, um ein guter Künstler zu sein. Du musst einfach Liebe haben, Einsicht und einen starken Standpunkt. Und du musst mit der Verderbtheit fertig werden." Bob Dylan Mitte der 60er Jahre wandte sich der Folksänger, der bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre spielte, der Rockmusik zu. 

Bild: Bob Dylan beim Pressegespräch in der De Montford Hall, Leicester. 1965 ist der Musiker  zum ersten Mal auf England-Tournee und wird stürmisch gefeiert als Held einer ganzen Generation. Nach einem Motorradunfall im Jahr 1966 zog er sich für zwei Jahre völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Er lebte nun mit seiner Familie in Bearsville in der Nähe von Woodstock unweit von New York. Beim legendären Woodstock-Festival trat er gar nicht auf, auch wenn einem das kollektive Gedächtnis in dieser Hinsicht manchmal Streiche spielt.

Bild: Woodstock. Was könnte die relaxte Atmosphäre des Städtchens besser illustrieren als dieses Porträt von Bob Dylan, im Schneidersitz auf dem Boden, mit der unvermeidlichen Zigarette in der Hand? Folksängerin Joan Baez, die war zu jener Zeit bereits ein großer Star war, nahm Dylan als Gastsänger mit auf Tour. Gemeinsam traten sie zum ersten Mal beim Newport Festival 1963 auf. 

Joan Baez sagt über Dylan: "Bob drückt das aus, was all die Kids sagen wollen. Ich habe noch nie so was wie ihn gehört. Wenn er anfängt, "Hard Rain" zu singen, kommen mir die Tränen und ich muss aus dem Zimmer gehen." Dylan setzte in Räumen gerne die Sonnenbrillen auf. Auch optisch zeigte der Künstler stets seine Eigenständigkeit.

Bild: Im Mayfair Hotel, fotografiert am 3. Mai 1966. Interviews und Pressekonferenzen sind für Bob Dylan oftmals eine Art Tennisspiel, in dem er seine Bälle nach Belieben platziert – und meist gewinnt. Ebenfalls ein unverzichtbares Utensil der frühen Dylan-Jahre: Die Mundharmonika mit Haltevorrichtung. "Es ist ein Kick, diese Lieder zu singen, die 1961 oder 1962 geschrieben wurden, und zu spüren, dass sie jetzt, in diesem Moment, immer noch lebendig sind." 
Bob Dylan "Es gibt bestimmte Lieder, die werde ich immer spielen können. Sie werden im Laufe der Zeit nicht an Bedeutung verlieren, vielleicht werden sie sogar bedeutungsvoller." 
Bob Dylan

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