© Nikolaus Ostermann

20 Jahre FM4
01/23/2015

Bilderbuch, Kreisky und Texta über den Einfluss von FM4 auf ihre Karriere

Die drei Bands erklären den Einfluss und Stellenwert des Jugendradiosenders FM4.

von Marco Weise

Wir haben bei drei Bands nachgefragt, welchen Stellenwert FM4 für ihre Karriere hat bzw. hatte.

KURIER: Welchen Einfluss hat/hatte FM4 auf eure Karriere?
Peter Horazdovsky (Bassist von Bilderbuch): Als wir 2009 unser erstes Album veröffentlichten, war das größte Ziel, einmal einen seiner eigenen Songs auf FM4 zu hören. Schwer konnten wir uns damals vorstellen, dass "Calypso" von FM4 gut aufgenommen wurde und später auch rauf und runter laufen sollte. Mittlerweile ist FM4 noch immer einer der wichtigsten Medienpartner. Unsere Songs laufen nach wie vor rauf und runter - zuletzt hat FM4 "Maschin" auf Platz neun der 20-Jahre-FM4-Charts gewählt.

Franz Adrian Wenzl(Sänger von Kreisky): Einen positiv unterstützenden und verstärkenden Einfluss – sobald sie einmal gecheckt haben, dass die Musik was ist.

Philipp Kroll alias Flip (von der österreichischen Hip-Hop-Band Texta): Ich denke dass FM4 natürlich sehr wichtig für unsere Karriere war, nachdem sich ja Ö3 Anfang der 90er vom österreichischen Musikgeschehen abgewandt hatte und somit FM4 zur Standesvertretung der Independent-Szene wurde. Auch waren sie diejenigen die sich vor allem im Rahmen von Tribe Vibes speziell um die Hip-Hop Szene angenommen haben. Insofern hat uns FM4 seit Anfang unserer Karriere begleitet und freundlicherweise unterstützt.

KURIER: Muss man es sich in Österreich mit FM4 gut stellen, um wahrgenommen zu werden, Erfolg zu haben?
Horazdovsky: Gut stellen ist definitiv der falsche Ausdruck. Wir hatten in unserer Karriere noch niemals das Gefühl, uns irgendwie niederknien zu müssen. Ganz im Gegenteil, wir wurden von FM4 als Österreichische Künstler immer mit Respekt behandelt. Das ist - wie man ja weiß - definitiv keine Selbstverständlichkeit. Was allerdings stimmt, ist, dass FM4 eine sehr gute Plattform für (Österreichische) Musik ist. Aus diesem Grund wünschen sich sehr viele Künstler Airplay von FM4 zu bekommen, um ihre Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Nichts desto trotz ist FM4 nicht die eine Instanz, die über Erfolg oder Misserfolg einer Band entscheidet.

Wenzl: Ich hab nicht das Gefühl, dass die so leicht pikiert sind oder das persönliche Animositäten übermäßig viel ausmachen. Es arbeiten ja auch genug Leute bei FM4: Gefällt dem einen was nicht, gefällt es vielleicht einem oder einer anderen. Und wenn es keinem gefällt, muss man vielleicht die eigene Qualitätssicherung noch mal überdenken.

Kroll: Naja, was heißt gut stellen? Wir haben uns jetzt nie angebiedert und unseren Sound oder ähnliches für FM4 adaptiert. Unser Sound und speziell unsere Texte haben halt seit Anfang an gut in das inhaltliche Konzept des Senders gepasst und natürlich wurden im Lauf der Jahre viele Redakteure auch gute Freunde. Aber gut stellen um jeden Preis, muss man sich sicher nicht. Wenn man halt blöd agiert und ignoranten Schwachsinn von sich gibt, dann wird es halt schwierig, in den FM4 Kosmos einzutauchen.

Wird die heimische Musikszene von FM4 ausführlich repräsentiert?
Horazdovsky: Nein. Die Frage ist aber auch, ob es das Ziel ist, die österreichische Musikszene ausführlich zu präsentieren, bzw. ob das denn überhaupt möglich ist. Was ist "österreichische Musikszene"? - Volksmusik, Pop, Jazz, Elektronik, Rock, Metal und alles, was dazwischen, darüber und darunter liegt..? FM4 ist aber auf jeden Fall der österreichische Radiosender, der die österreichische Musikszene am ehesten in seiner Vielfalt und mit seinen vielseitigen Randerscheinungen abbildet. Manche Sender machen das gar nicht, andere nur in Einzelsendungen.

Wenzl: Advanced Popmusik wird schon breit abgebildet – aber irgendwas geht natürlich immer ab.

Kroll: Es ist auf jeden Fall das Bemühen da, soviel lässt sich konstatieren. Angefangen vom Soundpark hin zu den Spezialsendungen bis auf das Tagesprogramm wo es auch viele Acts in die Rotation schaffen. Aber wer schafft es schon alle Künstler und Künstlerinnen gleichmäßig zu repräsentieren?

Würdet ihr euch eine Quote für österreichische Musik wünschen? Wenn ja, in welcher Höhe?
Peter Horazdovsky: Tatsächlich finden ich es unbedingt notwendig mehr österreichische Musik in die Radios zu bekommen. Wenn das nur mit Quoten möglich sein sollte, würde ich das sehr schade finden. Das Problem bei Quoten ist, dass sie absolut nichts an der Monotonie und Mutlosigkeit mancher Sender ändern würden. Sie würden vielleicht mehr österreichische Musik spielen - aber dann eben nicht sechs Mal den Song einer österreichischen Schmalzballaden-Dand, sondern zehn Mal. Ob das der österreichischen Musikszene hilft?

Franz Adrian Wenzl: Vom FM4 nicht, die haben das eh ganz gut im Gefühl. Und was Ö3 angeht: Aus Wirtschaftsförderungsgründen wär wohl eine Quote schon gut, rein künstlerisch ist mir das scheißegal.

Kroll: Prinzipiell sehen wir das ambivalent, aber manche lernen es halt nicht ohne Strafandrohung. Insofern lieber Ja als Nein - und wenn, dann so, dass es sich auszahlt, sprich 30 Prozent aufwärts.

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