Agnes Husslein-Arco wird Direktorin des geplanten Privatmuseums von Heidi Göess-Horten

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Kulturpolitik
08/23/2019

Belvedere und Agnes Husslein erzielen außergerichtliche Einigung

Der Prozess um ausständige Prämien, Sorgfaltsverstöße und Versicherungsleistungen ist damit beendet.

von Michael Huber

Die akkordierte Pressemeldung ist knapp und wird auf Nachfrage auch nicht weiter kommentiert: Die ehemalige Direktorin des Belvedere, Agnes Husslein-Arco, und die Österreichische Galerie Belvedere haben eine außergerichtliche Einigung erzielt. Die Museumsmanagerin, deren Vertrag wegen Compliance-Verstößen im Jahr 2016 nicht verlängert wurde, hatte Prämien, die ihr ihrer Ansicht nach zustanden, eingeklagt; das Museum hielt dagegen, dass Husslein das Haus mit Sorgfaltsverstößen im bezug auf Kühlung und Brandschutzmaßnahmen geschädigt hatte.
Diese Debatte ist nun offiziell vom Tisch.

"Die Österreichische Galerie Belvedere und Dr. Agnes Husslein-Arco geben bekannt, dass sowohl über die strittigen Jahresprämien aus den Jahren 2015 und 2016, als auch über die strittigen Pflichtverletzungen von Dr. Agnes Husslein-Arco aus ihrer Tätigkeit als Direktorin unter Einbeziehung von in diesem Zusammenhang relevanten Versicherungsleistungen eine außergerichtliche Einigung erzielt werden konnte und das anhängige Gerichtsverfahren beendet ist", heißt es in der Presseerklärung trocken. 

"Die Kraft des Alters" ist derzeit im unteren Belvedere zu sehen

Im Jänner waren Husslein-Arco und Belvedere-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann einander noch vor Gericht gegenüber gestanden. Bergmann weigerte sich damals, der Ex-Direktorin die Leistungsprämien für die Jahre 2015 und 2016 – insgesamt 117.569 Euro – auszubezahlen.

Husslein-Arco hatte angesichts der ihr angelasteten Compliance-Verstöße zwar gewisse Verfehlungen eingestanden und den errechneten Schaden – rund 30.000 Euro – erstattet. Durch weitere, von der Wiedergutmachung nicht erfasste Sorgfaltsverstöße sei dem Museum ein Schaden von exakt 519.849,36 Euro entstanden. Husslein-Arco war sich allerdings keiner Verfehlungen bewusst, die nicht durch ihre Geschäftsführerversicherung gedeckt wären. Bereits damals riet Richterin Claudia Ragossnig zu einem außergerichtlichen Vergleich. Über die Genese desselben waren keine Details in Erfahrung zu bringen.

Agnes Husslein-Arco ist designierte Leiterin des Privatmuseums von Heidi Horten, das 2022 in der Wiener Innenstadt eröffnen soll. Derzeit sitzt sie u.a. im Vorstand der Leopold Museum-Privatstiftung, wo sie 2018 auch  die viel beachtete Präsentation der Horten-Kunstsammlung verantwortete. Dazu kuratiert sie kleinere Projekte, zuletzt etwa eine Ausstellung des Künstlers Kurt Hüpfner, den sie bereits im Belvedere präsentierte.