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Bayerische Staatsoper
03/28/2014

Starparade und ein heftiger Widerspruch

Nikolaus Bachlers Programm und ein Plädoyer gegen "Supermarkt-Argumente".

von Gert Korentschnig

Nicht nur die Wiener Staatsoper und die Mailänder Scala (wo Alexander Pereira sein erstes Jahr mit 20 Premieren begeht) präsentierten zuletzt ihr Programm für die Spielzeit 2014/’15, sondern auch die Bayerische Staatsoper München. Der österreichische Intendant des Hauses, Nikolaus Bachler, stellt die neue Saison unter das Motto "Blicke, Küsse, Bisse" und nennt die Auswahl der Neuproduktionen eine "hochemotionale Auseinandersetzung mit Frauenthemen".

Der Münchener Generalmusikdirektor Kirill Petrenko wird die Premieren von Donizettis "Lucia" (Regie: Barbara Wysocka, mit Diana Damrau) dirigieren, dazu Alban Bergs "Lulu" (Regie: Dmitri Tcherniakov, mit Marlis Petersen) und die "Ring"-Wiederaufnahme in der Regie von Andreas Kriegenburg. Eröffnet wird die Saison am 19. Oktober mit Janáčeks "Sache Makropoulos" (Dirigent: Tomas Hanus, Regie: Arpad Schilling). Dann kommt Puccinis "Manon Lescaut" (Dirigent: Alain Altinoglu; Regie: Hans Neuenfels) mit Anna Netrebko und Jonas Kaufmann (15. 11.). Ein Höhepunkt dürfte auch die Premiere von "Arabella" von Richard Strauss mit Philippe Jordan am Pult und Anja Harteros in der Titelpartie werden. Kaufmann wird davor in München noch im Juli in Verdis "Forza del Destino" zu erleben sein. In Wien wird er 2014/’15 nicht singen.

Debatte über Gagen

Wiens Opernchef Dominique Meyer sagte zuletzt in News grundsätzlich zum Thema Sängergagen: Die Höchstgage in Wien sei seit 20 Jahren gleich hoch. Meyer: "Wenn sich ein Künstler für Wien und gegen München entscheidet, verliert er für eine Serie von fünf Vorstellungen etwa 20.000 Euro."

Bachler kontert: "Kein Mensch verliert 20.000 Euro, wenn er in Wien statt in München singt. Also muss es wohl andere Gründe haben. Die Künstler kommen alle nach München, weil sie hier interessante Produktionen vorfinden, beste Arbeitsbedingungen und den gleich hohen Anspruch von szenischer und musikalischer Arbeit. Außerdem gibt es immer Häuser, die mehr zahlen, von Konzertagenturen gar nicht zu reden".

Solche "Supermarkt-Argumente" gingen "immer an der Kunst vorbei".

Generell findet Bachler: "Es scheint, dass die Wiener Theaterdirektoren im Moment von einem Virus befallen sind, nämlich die Schuld für die eigenen Probleme immer bei anderen zu suchen."

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