© APA - Austria Presse Agentur

Kunst
10/18/2018

Banksy wollte sein Bild eigentlich vollständig zerstören

Ein neues Video zeigt Details der Kunstaktion - nährt aber auch die Vermutung, dass viele davon wussten.

von Michael Huber

 In einem am Mittwoch auf seiner Homepage veröffentlichten Video zeigt er nicht nur, wie der Schreddermechanismus installiert wurde, sondern auch die Versteigerung im Auktionshaus Sotheby's und die teilweise Zerstörung des Werks, nachdem der Auktionator den Zuschlag erteilt hatte. Am Schluss ist auf einer Tafel zu lesen: „Bei Proben funktionierte es jedes Mal...“. Dann ist eine Sequenz zu sehen, in der eine Kopie des Bildes durch den im Rahmen verborgenen Schredder tatsächlich ganz zerschnitten wurde.

Das berühmte Bild „Girl with a Balloon“ war vor knapp zwei Wochen für umgerechnet knapp 1,2 Millionen Euro verkauft worden. Kurz nachdem der Hammer fiel, war es zum Erstaunen der Teilnehmer durch einen im dicken, verschnörkelten Goldrahmen verborgenen Schredder gelaufen, übrig blieb nur der obere Teil des Bildes, der Rest hing in Streifen herunter. Banksy, dessen wahre Identität unbekannt ist, stellte die Aktion später auf seinem Instagram-Account im Internet als von langer Hand geplante Kritik am Kunstmarkt dar. Das Auktionshaus teilte mit, die Käuferin sei eine „europäische Sammlerin und langjährige Kundin von Sotheby's“ nehme es auch zerschreddert an. Dies sei das „erste Kunstwerk der Geschichte, das während einer Auktion live entstanden“ sei.

In dem Video mit dem Titel „Schredder deine Liebe, the Director's Cut“ ist zunächst zu sehen, wie der Schredder von einem Menschen mit einem Hoodie in einer Werkstatt in dem Rahmen eingebaut wurde. Es folgen Aufnahmen von der Versteigerung, von den Gästen, die sich bei Häppchen und Getränken amüsieren, bevor die Auktion los geht. Kurz (bei 0:50) hört man einen Mitarbeiter des Auktionshauses, der erklärt, der Rahmen stamme vom Künstler selbst, er unterstreiche "die romantische Vorstellung, sein Werk in der Nationalgalerie hängen zu sehen". Tatsächlich hätte der für ein Werk der Street-Art völlig untypische Rahmen den Experten des Auktionshauses zumindest suspekt vorkommen müssen - dass niemand ihn  untersuchte, nährt die Vermutung, dass das Haus in die Aktion eingeweiht war.

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