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Kultur
04/10/2019

Ballett-Skandal: Jugendanwaltschaft seit Dezember aktiv

Arbeitet darn, „Kinderrechtsverletzungen aufzuklären sowie Gewalt und jegliche Art von Grenzüberschreitungen in Zukunft zu verhindern".

Die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft ist im Dezember 2018 nach anonymen Vorwürfen gegen die Ballettakademie der Staatsoper aktiv geworden. Seit damals werde daran gearbeitet, die „Kinderrechtsverletzungen aufzuklären sowie Gewalt und jegliche Art von Grenzüberschreitungen in Zukunft zu verhindern“, sagte Jugendanwalt Ercan Nik Nafs am Mittwoch im APA-Gespräch.

Das Wiener Wochenmagazin „Falter“ hat schwere Vorwürfe gegen die Ballettakademie publik gemacht. Die Kinder seien dort teils gedemütigt worden, Gewalt und Drill ausgesetzt worden. Auch der Vorwurfe eines sexuellen Übergriffs steht im Raum. Eine Lehrerin wurde bereits entlassen und ein weiterer Lehrer bis zur Klärung der Vorwürfe gegen ihn dienstfrei gestellt. Teils kennt Nik Nafs die publizierten Vorwürfe, teils sind sie ihm neu, wie er sagte.
Der Jugendanwalt betonte gegenüber der APA, dass er über „ Einzelheiten“ nichts sagen könne. Die Kooperation mit der Staatsoper funktioniere jedenfalls gut. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft habe die Staatsoper mit den Beschwerden konfrontiert und sei dort auf ein „hohes Problembewusstsein“ gestoßen.

Ziel sei jedenfalls eine „neue Kultur des Hinschauens und der Transparenz zu schaffen“, bei der jeder Verdacht der Kinderrechtsverletzung ernst genommen werden müsse. Dabei sei eine „möglichst lückenlose Aufklärung“ Basis für die Erneuerung. Wie viel Zeit dieser Prozess in Anspruch nehmen wird, konnte Nik Nafs nichts sagen. „Wir werden unsere Arbeit fortsetzen, bis ein umfassendes Kinderschutzkonzept in die pädagogischen Arbeit integriert ist und dieses in allen Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen an der Ballettakademie sichergestellt ist.“

Das Ziel Karriere zu machen oder ein Star zu werden, dürfe „auf keinen Fall Strukturen legitimieren, die Drill und Grenzüberschreitungen verursachen“, mahnte Nik Nafs. In diesem Zusammenhang rief er dazu auf, dass sich betroffene Kinder und Jugendliche wie auch Eltern bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft melden und Hilfe holen könnten.

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