Wiener Symphoniker: Klangsinnlichkeit und ekstatische Ausbrüche
Augustin Hadelich und Alexander Soddy beim Konzert.
Eigentlich gilt das 2. Violinkonzert von Sergej Prokofjew als unspielbar. Deshalb wird es auch so selten aufgeführt. Augustin Hadelich bewies beim Wiener Musikverein mühelos das Gegenteil: Denn der deutsch-amerikanische Stargeiger entfachte bei seinem Spiel ein wahres musikalisches Feuerwerk. Er bewältigte die extremen technischen Schwierigkeiten und die gewünschte Rasanz mit absoluter Perfektion und Bravour vor allem im Schlusssatz, einem wirbelnden Tanz. Aber er konnte auch den nahezu romantisierenden Ton, der durch diese Musik weht, vor allem im Andante mit betörenden Klängen und großer Tonreinheit seiner edlen Guarnieri del Gesù aus 1744 treffen. Für die ideale und rhythmisch heikle Begleitung sorgten die Wiener Symphoniker unter dem souveränen Alexander Soddy. Für die nicht enden wollenden Jubelstürme bedankte sich Hadelich mit einem lässigen Blues, dem „Louisiana Blues Strut“ von Coleridge-Taylor Perkinson als Zugabe.
Schon zuvor konnte das Orchester mit großer Klangsinnlichkeit bis hin zu den ekstatischen Ausbrüchen mit Richard Wagners Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ und „Isoldes Liebestod“ reüssieren. Der britische Dirigent, der schon öfters an der Wiener Staatsoper zu erleben war, wird übrigens demnächst an der Mailänder Scala den gesamten „Ring des Nibelungen“ von Wagner dirigieren.
Nimrod
Die 14 „Enigma-Variationen“ von Edward Elgar, nur mit rätselhaften Initialen versehen und jede einzelne einem seiner Freunde gewidmet, glänzten schließlich unter Soddys animierender und exakter Stabführung, mit Vielfalt, Klangschönheit, Farbenreichtum und reichen solistischen Einlagen. Besonders deren eingängiger Hit „Nimrod“, der vielfältig in Filmen Eingang gefunden hat, faszinierte mit seiner prachtvollen Schönheit und klang noch lange im Ohr nach! Großer, jubelnder Applaus!
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