Leitet das Koproduktionshaus Brut: Kira Kirsch

© APA/ROLAND SCHLAGER

Kultur
01/24/2020

Atelier Augarten: Das Brut will einen jüdischen Verein ausbooten

Trenklers Tratsch. Das Koproduktionshaus will nicht teilen: Es appeliert an die Politik, ihm das gesamte Areal zu überantworten.

von Thomas Trenkler

Das Brut wird nicht mehr ins Künstlerhaus zurückkehren. Denn die Sanierung des Seitentrakts, seit den 1970ern als Theater genutzt, würde fünf Millionen Euro kosten. Die Stadt Wien hätte aber nur 800.000 Euro locker gemacht. Hinzu kommt, dass sich die Brut-Leitung im neuen Künstlerhaus nicht wirklich willkommen fühlt. Und man befürchtet, dass Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, die Spielregeln diktiert. Schließlich nutzt er ab Mitte März die größte Fläche unter dem Label „Albertina modern“.

In einer Presseaussendung des Brut ist nun gar von „Verdrängung aus dem Künstlerhaus“ die Rede. Man sei, so Sarah Kirsch, gezwungen gewesen, sich um einen anderen Standort umzusehen. Und man wurde auch fündig: Brut bewarb sich um das Atelier Augarten, das viele Jahre vom Belvedere mit Ausstellungen bespielt wurde.

Der zuständige Burghauptmann Reinhold Sahl signalisierte Interesse. Doch er will das Areal, weil es groß genug sei, nicht dem Brut allein geben. Eine gemeinsame Nutzung kommt für das Koproduktionshaus aber nicht infrage: „Brut benötigt nach dem Verlust des Künstlerhauses (...) die gesamten verfügbaren Räumlichkeiten im Atelier Augarten.“ Man „appelliert“ daher an die politischen Entscheidungsträger. Zudem wurden die Journalisten gebeten, die Sache zu unterstützen.

Bei dem Kulturanbieter, mit dem man sich nicht den Raum teilen möchte, handelt es sich um den Verein der bucharischen Juden. Die aus dem Osten zugewanderten Juden bilden die größte Gruppe innerhalb der Wiener Kultusgemeinde. Das verschweigt das Brut. Die Presseaussendung erinnert daher an überwunden geglaubte Zeiten. Eine Unterstützung für dieses Ansinnen darf es nicht geben.

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