Arnulf Rainer im Steffl: „Eine der stümperhaftesten Präsentationen“

Nicht nur Hannelore Ditz, Rainers Lebensmensch, ist entsetzt: Galerist Thaddaeus Ropac spricht von einer "Dekoration des Kirchenraums"
AUSSTELLUNG "DAS KREUZ - DAS ZEICHEN DAS BLEIBT"

Hannelore Ditz, Arnulf Rainers Lebensmensch, hatte gehofft, dass aus Pietät gegenüber dem Künstler auf die Ausstellung der Kreuze verzichtet würde. Denn Rainer hatte sie noch kurz vor seinem Tod am 18. Dezember 2025 zu verhindern versucht. Doch nun bekam Ditz nach Enzenkirchen (OÖ) Fotos der Hängung gemailt – und war entsetzt. Ihre schlimmsten Befürchtungen waren wahr geworden.

„Wir haben natürlich nichts gegen eine Ausstellung. Das weiß Werner Trenker, der Besitzer. Aber der Stephansdom ist der völlig falsche Ort. Die Präsentation ist eine der stümperhaftesten der letzten 40 Jahre.“ Viele Galeristen seien konsterniert, darunter Thaddaeus Ropac. 

Gegenüber dem KURIER sagt er: „Es überrascht, mit welcher Respektlosigkeit dem eindeutigen Willen des Künstlers widersprochen wurde. Dass ausgerechnet eine Institution wie die katholische Kirche so verfährt, verwundert noch mehr. Zum Glück ist das Werk von Rainer so stark, dass es sich auch gegenüber dieser fragwürdigen Präsentation – die eher einer Dekoration des Kirchenraums gleicht – behaupten kann.“

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