Kultur
28.06.2018

Andreas Mailath-Pokorny wird Rektor der Musik-Privatuni

Nachfolgerin Kaup-Hasler sagt: "Ich habe vieles bewegt. Das nicht."

Der frühere Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) hat einen neuen Job: Er wird per Anfang September Rektor der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), wie die Wien-Holding als Eigentümerin am Donnerstag mitteilte. Er folgt damit auf Franz Patay, der die Uni seit 2014 - und seit seiner Bestellung zum Chef der Vereinigten Bühnen Wien im Herbst 2016 interimistisch - leitet.

Der Leitungsposten der Institution, die bis Ende 2015 Konservatorium Wien hieß, ist seit längerem vakant. Es gab eine Ausschreibung, für die man bis Jänner 2017 - einer Zeit, in der es noch keine Anzeichen eines Amtswechsels von Mailath-Pokorny gab - Bewerbungen abgeben konnte. Laut KURIER-Informationen war damals die Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl als Erstgereihte in einem Dreiervorschlag genannt worden. Der Posten wurde aber, angeblich wegen SPÖ-interner Querelen, nicht besetzt.

"Beste Wahl"

Andreas Mailath-Pokorny ist die beste Wahl für das Rektorat der MUK, einer der wichtigsten und größten kulturellen Ausbildungseinrichtungen in Wien. Ich bin überzeugt davon, dass er mit seiner exzellenten Expertise, seiner langjährigen Erfahrung im Kultur- und Bildungsbereich sowie seinen außergewöhnlich guten Kontakten zu national und international relevanten Institutionen und Personen den erfolgreichen Weg der MUK nicht nur fortsetzen, sondern konsequent ausbauen wird“, wird Doris Rechberg-Missbichler, interimistische Geschäftsführerin der Wien Holding und Vorsitzende der Findungskommission, in der Aussendung zitiert. Laut Aussendung war Mailath-Pokorny einer von zwölf Bewerbern für den Job.

Mailath-Pokornys Nachfolgerin, Veronica Kaup-Hasler, erklärte auf KURIER-Nachfrage: "Es gibt eine Findungskommission, die autonom agiert und ihre Entscheidung mit Sicherheit begründen können wird." Im Nachsatz: "Ich habe vieles bewegt. Das nicht." Die Wien-Holding, zu der u.a. auch das Mozarthaus und die Stadthalle Wien gehören, fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Kulturstadträtin.

Mailath-Pokorny bekleidete ab 2001 siebzehn Jahre lang die Funktion des Kulturstadtrats in Wien. Im Vorfeld der Übergabe des Bürgermeisteramts von Michael Häupl an Michael Ludwig ( SPÖ) hatte der promovierte Jurist wissen lassen, im neuen Stadtregierungsteam nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Über Pläne für seine berufliche Zukunft hielt er sich damals bedeckt. Mit der Übernahme des MUK-Rektorats ist diese Frage nun beantwortet.

„Ich freue mich sehr auf diese neue und spannende Herausforderung, wobei es mir ganz besonders wichtig ist, dieses Schmuckstück der Kultur und Kunst in Wien sowohl national und international noch sichtbarer zu machen“, wird der frühere Politiker zitiert.