Kultur
09.08.2018

Amy Winehouse: Unbeschwert und glücklich

Zum siebten Todestag veröffentlicht Amy Winehouses langjähriger Freund Blake Wood private Fotos von der britischen Soulsängerin.

Nach dem überraschenden Tod von Amy Winehouse am 23. Juli 2011 – sie starb im Alter von nur 27 Jahren an einer Alkoholüberdosis – war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten privaten wie intimen Fotos von Amy Winehouse veröffentlicht werden würden.

Aber es dauerte – bis jetzt. Denn der US-amerikanische Fotograf Blake Wood, der eine enge Beziehung mit der Soulsängerin pflegte, musste erst einmal Abstand gewinnen, den Verlust verdauen und darüber nachdenken, ob er seine Bilder überhaupt der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Die Aufnahmen seien bei ihm lange Zeit im Schrank gelegen. „Ich musste sie wegsperren, weil es zu weh tat, sie zu betrachten“, sagt Blake Wood. Aber jetzt, sieben Jahre nach dem Tod seiner Amy, wollte er, „dass die Leute den Menschen sehen, den ich kannte“.

Vertrautheit

In dem nun via Taschen Verlag veröffentlichten Bildband porträtiert er die einstige Ausnahmekünstlerin abseits der Klatschpresse. Mit ausgewählten Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografien zeigt Wood, der Amy Winehouse 2008 bei Kelly Osbourne zu Hause im Londoner Westen kennenlernte, eine ganz neue Seite der Sängerin, die der Öffentlichkeit bis dato verborgen blieb.

Amy Winehouse befand sich damals am Höhepunkt ihrer Karriere und war gerade für ihr Album „Back to Black“ mit fünf Grammy Awards ausgezeichnet worden. Gleichzeitig erschienen immer mehr Medienberichte über ihre Drogen- und Alkoholsucht. Selbstzerstörung auf Raten.

„Sie brauchte den ganzen Rummel nicht. Sie blieb gerne zu Hause und spielte Pool, hörte 60er-Jahre-Girlgroups und trommelte auf ihrem Schlagzeug herum“, erinnert sich Blake Wood, bei dem sie scheinbar ganz sie selbst sein konnte. Die Vertrautheit, die aus den im Bildband versammelten Bildern spricht, lässt ahnen, wie nahe sich die beiden Freunde standen.

Schönheit

Amy Winehouse“ ist ein liebevoll gestalteter Bildband voller spontan geschossener Fotos. Man sieht sie beim Herumblödeln, beim Schlagzeugspielen, fast ungeschminkt am karibischen Sandstrand auf St. Lucia – losgelöst und glücklich. Die meisten Bilder nahm Wood mit alten, analogen Kameras auf. Kaum ein Foto wirkt dabei inszeniert – sie stehen im Widerspruch zu den damaligen Paparazzi-Aufnahmen.

„Ich wollte sie von einer Seite zeigen, von der sie noch niemand gesehen hatte, wollte ihre natürliche Schönheit einfangen. Sie wusste nicht, wie schön sie war“, schwärmt Blake Wood, der im Bildband auch seine Liebe zu Amy Winehouse gesteht. Letztendlich sind es also mehr als Fotos einer Freundschaft.