Akademie-Rektor Hartle stellt sich 2027 nicht mehr zur Wiederwahl
Johan Frederik Hartle, Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien, wird sich 2027 nicht mehr für eine dritte Funktionsperiode bewerben. Darüber habe der 49-Jährige den Universitätsrat und Senat informiert, heißt es am Dienstag in einer Aussendung. Hartles Amtszeit endet mit 30. September 2027. Mit der frühzeitigen Entscheidung wolle er einen geordneten Nachfolgeprozess ermöglichen.
"Meine eigene Lehre und Forschung sind für mich zuletzt naturgemäß zu kurz gekommen. Umso mehr freue ich mich darauf, mich ab Herbst 2027 wieder verstärkt meiner wissenschaftlichen Arbeit in der politischen Ästhetik und kritischen Gesellschaftstheorie sowie der Lehre zu widmen", wird Hartle zitiert. Bis dahin haben wir im Rektorat noch viel vor und wollen zahlreiche Projekte umsetzen", so Hartle.
Universitätsratsvorsitzender Bernhard Hainz dankte Hartle für seine "engagierte und erfolgreiche Amtsführung": "Rektor Hartle führt die Akademie in herausfordernden Jahren mit hoher fachlicher Kompetenz, ausgleichender Haltung und großer Stabilität."
Die Stabilität wurde in jüngerer Zeit vor allem durch Konflikte auf die Probe gestellt, die sich infolge des Gaza-Konflikt innerhalb der - traditionell stark politisierten - Community der Lehrenden und Studierenden entzündet hatten. Mit der Kündigung der Stipendiatin Noor Shantout, die Hassbotschaften gegen Israel veröffentlicht hatte, bezog Hartle wohl Stellung, in der Folge war ein klarer Kurs im Umgang mit antisemitischen Tendenzen aber nicht immer zu erkennen, wie der KURIER im Februar 2025 kritisierte.
Hartle fungiert seit 2019 als Rektor der Akademie und wurde 2022 für eine zweite Funktionsperiode wiederbestellt. In seine Amtszeit fallen etwa die Rückkehr in das sanierte historische Akademiegebäude am Schillerplatz sowie die Initiierung des von Vizerektor Werner Skvara verantworteten Neubauprojekts Ballonhalle. Die Ausschreibung der Rektoratsfunktion soll fristgerecht durch Universitätsrat und Senat eingeleitet werden.
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