© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Kritik
10/23/2021

„Adriana Lecouvreur“: Liebe, Macht und Leidenschaften sowie ein Rollendebüt nach Maß

„Adriana Lecouvreur“ mit Elina Garanča und Ermonela Jaho an der Staatsoper

von Peter Jarolin

Zwei Frauen, die um einen Mann buhlen, der seinerseits Graf von Sachsen und liebestechnisch wankelmütig ist, politische Intrigen, die hohe Kunst der Comédie-Française, unerfüllte Leidenschaften, abgefangene Briefe und letztlich ein vergifteter Veilchenstrauß – das sind die Ingredienzien von Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“.

Basierend auf dem Schauspiel von Eugène Scribe und Ernest Legouvé sowie historischen Fakten hat Cilea dieses Werk für große, einzigartige Stimmen geschrieben, die es auch braucht. Etwa jene von Elina Garanča, die als eifersüchtige Principessa di Bouillon im Haus am Ring ihr internationales Rollendebüt gegeben hat. Garančas edler, dramatischer Mezzo ist für diese „kürzeste Hauptrolle, die ich wohl je gesungen habe“ (Copyright: Garanča) ideal. Wie sie ihre zentrale Arie gestaltet, wie sie im Duell mit ihrer Rivalin, der auch titelgebenden Schauspielerin Adriana, ihre darstellerischen Qualitäten ausspielt, ist phänomenal.

Doch sie findet in der Sopranistin Ermonela Jaho eine vokal ebenbürtige Partnerin. Sicher: Es hat schon stimmlich mächtigere Adrianas gegeben, aber Jaho setzt ihren feinen Sopran gekonnt ein, zeichnet ein intensives Porträt dieses Stars der Comédie-Française. Ein starkes Duo!

Emotionen

Zwischen den beiden Damen steht Maurizio, der Graf von Sachsen, den der Tenor Brian Jagde souverän gestaltet. Da sind schöne Höhen dabei, viel Emotion, nur an den Registerübergängen kann der Künstler noch etwas arbeiten. Als alter, Adriana liebender Inspizient Michonnet liefert Bariton Nicola Alaimo eine berührende Charakterstudie ab; in den Partien des Principe di Bouillon sowie des intriganten, wiederum die Prinzessin begehrenden Abate sind Evgeny Solodovnikov beziehungsweise Andrea Giovannini solide und richtig besetzt.

Am Pult dieser Spielserie (Reprisen: 25., 29. Oktober und 2., 5. November) waltet Dirigent Asher Fisch souverän seines Amtes; das Staatsopernorchester hört auf ihn. Einige werkimmanente Längen kann auch Fisch nicht kaschieren. Die historisierende und weit gereiste Inszenierung von David McVicar existiert. Mehr aber auch nicht.

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