Steine sammeln statt Briefmarken!
Steine sind für den einen nur, nun ja, Steine. Stechen im Schuh, liegen im Weg, fallen im falschen Moment irgendwo drauf. Für den anderen sind sie Kunstobjekte, die die Individualität in der Grauheit feiern, Meisterwerke des Genres „Schönheit liegt im Dings des Betrachters“. Wer dem Instagram-Account „Kiesel des Tages“ folgt, wird zum Beispiel mit gestreiften Bröckerln oder Minifelsen mit Farbverläufen, die wie Landschaften aussehen, belohnt. Ja, gut, findet man auf Wiener Gehsteigen nicht so oft. Da kann man sich dafür gerade eine beachtliche Sammlung an Streusplitt zulegen. Aber wer vermag schon sicher zu sagen, dass alle Splittchens wirklich gleich aussehen?
Der versteinerte King
Einer der seltenen Vorteile von Sozialen Medien ist, dass sie ein Goldfischgedächtnis haben. Und im Algorithmen-Labyrinth manchmal Artikel ausspucken, die ewiguralt sind und keinerlei aktuellen Aufhänger haben. Dieser Tage erinnerte Instagram so wieder an das japanische Museum mit ganz besonderen Exponaten: Steine mit Gesichtern. Also ursprünglich von der Natur gegebenen Gesichtern. Groß, klein, leicht, schwer, hellbeige bis dunkelgrau. Eine Sammlung, die seit dem Jahr 1974 beeindruckend angeschwollen ist. Es gibt nicht nur Steine, die aussehen wie ein Löwenantlitz oder welche, die aussehen wie ein lachender Buddha, sondern auch Celebrity-Gestein. Die erinnern an Stars wie Elvis Presley – inklusive charakteristischen Koteletten – bis zu E.T.
Das ist jetzt wieder für den Streusplitt eher schon schwierig. Da muss man entweder sehr gute Augen oder echt viel Fantasie haben.
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