Kleptomanen und Banditen

Welche sind die diebischsten Tiere im Internet?
Christina Böck

In den letzten Tagen bekomme ich auf den Sozialen Medien dauernd seltsame Videos bereitgestellt. Eine Katze, die eine Sturmhaube trägt und einen klimpernden Sack hinter sich herzieht. Oder eine ganze Gang von Katzen, die panzerknackergleich maskiert reichlich triumphierend vor einer Glaspyramide posiert. Weiß auch nicht, warum.

Weshalb gerade Katzen im Netz nun eine neue Karriere als gevifte Juwelenräuber bekommen, ist ungeklärt. Es insinuiert, dass Katzen besonders diebische Tiere wären. Was natürlich eine unhaltbare Unterstellung ist. Wegen dem bisschen Parmesan, der von der Pasta gefischt wird? Wegen dem bisschen Streichwurst, die gerade noch auf der Semmel war? Wegen der halben Sau an Schweinsbraten, die durchs ganze Haus gezerrt wird, um danach zu merken: Hm, schmeckt nicht? Also, eben. Völlig undenkbar.

Manchmal gibt es freilich Ausnahmen, von denen das Internet genüsslich berichtet. In Niedersachsen hat ein Kater namens Knödel sich ruchlose Gangster-Ehre erworben, weil er mit Hingabe Gartenhandschuhe stiehlt. Aber immer nur einen. Den zweiten lässt der kleptomanische Kater eh liegen. Bei der Ruchlosigkeit ist also noch Luft nach oben.

Nichts ist sicher

Die Mafia unter den Tieren sind, wenn man einschlägigen Onlineforen – ja sicher gibt es so was – glaubt, ohnehin die Waschbären. Die kennen alle Tricks und Ablenkungsmanöver. Die machen alles außer Enkeltrick und Kreditkartenbetrug. Daran arbeiten sie aber angeblich schon.

Kommentare