Höflich schreien hat noch keinem geholfen
Manchmal kann man schon extrem dankbar sein für wissenschaftliche Studien. Kürzlich etwa wurde die überraschende Erkenntnis bestätigt, wie man Möwen, die sich am Strandimbiss gütlich tun wollen, am effektivsten verscheucht. Man soll sie anschreien. Ahso. Deswegen hat das nie geklappt, wenn man gesagt hat: „Lieber Herr Wasservogel, hätten Sie ergebenst die Güte, von meinen Pommes abzulassen?“ oder „Geehrte Frau Möwe, darf ich höflichst darum bitten, dass sie mir noch was von meiner Bratwurst überlassen?“
Schreien also. Wenn’s weiter nichts ist. Das soll auch der mentalen Stabilität zuträglich sein, sagt die Internetsuche. Es ist nur so: Meistens ist es sozial nicht besonders akzeptiert. Gelegenheiten gäbe es genug. Einmal durch die Innenstadt in der Vorweihnachtszeit gestaut und schon heisergebrüllt. Aber die anderen Menschen sind leider sehr viel sensibler als Möwen. Und leider ist dann – typisch – wieder selten eine Möwe da, die als Ausrede herhalten könnte. Die sind nicht so auf Punsch gepolt.
Bären sind keine Möwen
Die eigentliche Erkenntnis ist, dass Möwen womöglich die einzigen Tiere sind, die sich durch Schreien verjagen lassen. Bei Nacktschnecken beispielsweise funktioniert es nicht. Da kann man sich noch so verausgaben, das Weichtier tut, als wär nichts. Vielleicht liegt’s am Mangel an Ohren. Das Internet ist voll von Tieren, die man nicht anschreien soll: Bären. Haie. Auch hilft es nichts, den Regen anzubrüllen. Nur falls das für jemanden eine Option gewesen wäre. Manchmal hilft einzig, was Souvenirshops an der Ostsee den diebischen Vögeln in den Schnabel legen: „Mach es wie die Möwe: Scheiß drauf“.
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