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Auch Bäume haben Privatsphäre

Der Mensch und seine ewige Liebe zur Suche nach dem oder der Besten.
Christina Böck

Wenn Sie glauben, dass der merkwürdigste Contest der Welt gerade an diesem Wochenende stattgefunden hat, dann haben Sie recht. Und zwar war das in Bad Pyrmont im deutschen Niedersachsen, gesucht wurde der oder die Beste im Baum-Umarmen. Die Kriterien waren: Wer umarmt am schnellsten eine festgelegte Anzahl an Bäumen? Und wer macht das besonders kreativ und innig? Schön und gut, aber hat irgendwer die Bäume gefragt, ob sie das überhaupt wollen? Hat man keine Privatsphäre, nur weil man nicht bei drei auf einem Baum sein kann – als Baum? Und gab es dort überhaupt einen Intimitätskoordinator? Fragwürdige Veranstaltung jedenfalls in Sachen Konsens. Gut, es könnte noch schlimmer für die Bäume kommen. Man kennt ja aus Schottland die „Highland Games“, da findet das traditionelle Baumstammwerfen statt. Da werden die Bäume nicht nur durch die Gegend geschmissen, sondern vorher auch noch gefällt.

Ehefrau-Weitwerfen

Kombinieren könnte man das Ganze noch mit einem Wettbewerb, bei dem es darum geht, möglichst viele Regenwürmer mit einem Ohrwurm aus der Erde zu locken. Klingt jetzt doch sehr konstruiert? Dann fahren Sie mal im Sommer nach Willaston in England. Die Idee zum kompetitiven Bäume-Umarmen kommt übrigens aus Finnland, wie das „Ehefrauen-Weittragen“. Und sowohl das „Handy-“ als auch das „Gummistiefel-Weitwerfen“. Letztere beiden sollte man nicht mit Ersterem verwechseln. Oder zumindest die Ehefrau um ihre Zustimmung zum Geworfen-Werden bitten. Die Finnen haben auch die Luftgitarren-Weltmeisterschaft ersonnen – zumindest da kommt jedenfalls keine Gitarre zu Schaden.

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