Astronauten sind keine Postler

Eindeutige Diskriminierung am Emoji-Sektor!
Christina Böck

Eine Wurst gibt es nicht. Ein Schnitzel gibt es auch nicht. Knödel Fehlanzeige. Strudel ebenso. Und von Salzburger Nockerln braucht man schon gar nicht zu träumen. Man kann sagen: Kulinarisch gesehen ist die Emoji-Welt aus österreichischer Sicht ziemlich unbrauchbar. Aber aus derselben Sicht ist die Emoji-Welt heuer um noch eine Enttäuschung reicher. Die heimische Post hatte sich nämlich um ein Postler-Emoji bemüht, von Post-Organisationen weltweit unterstützt. Der Antrag wurde vom internationalen Unicode-Konsortium aber abgeschmettert. Das ist ganz schön unfair, wenn man bedenkt, dass andere Berufe sehr wohl ein eigenes Emoji haben. Koch, Bauarbeiter, Gärtner, Polizist, Arzt, Künstler, Feuerwehr, Pilot, Astronaut. Sogar Attentäter – obwohl immer behauptet wird, das schwarz vermummte Maxl (von dem es, anders als bei allen anderen, keine weibliche Version gibt), sei ein Ninja. Gut, jetzt könnte man einwenden, wie oft wird man wohl ein Postler-Emoji verwenden? Wirklich häufiger als einen Piloten? Astronauten? Ahja, nicht zu vergessen: den Schweißer?!

Party, immer nur Party

Ein deutscher Radiomoderator hatte da mehr Glück. Der hat seine Hörer gefragt, was sie gerne als Bildchen hätten, und die Wahl fiel auf die Discokugel. Der Antrag wurde vom offensichtlich mehr dem Hedonismus als der ordentlichen Lieferkette zugetanen Konsortium akzeptiert. Dabei kann die Post auch mit mehr als nur einer Dienstleistung aufwarten. Aber schade, der Satz „Wenn der [Postler-Emoji] zweimal klingelt“ ist weiterhin nicht als Kurzmitteilung möglich. Naja, vielleicht klingelt ja der Schweißer.

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