Wolf zum Abschied

Eine Frau mit blondem Haar und ernster Miene steht im Vordergrund, ein Mann unscharf im Hintergrund, beide im Wald.
Allerlei Wolfsgeheul in Berlin, ein bisschen zu klischeebelastet.
Christina Böck

Christina Böck

Es hat eh nur 16 Minuten gedauert, bis in einem „Tatort“, in dem ein Wolf in der Berliner Vorstadt herumstreift, jemand gesagt hat: „Homo Homini Lupus“. Das Klischee hat man gleich beherzt von der Bingokarte streichen können. Ermittlerin Susanne Bonard (Corinna Harfouch) hatte am Sonntag ihren letzten Auftritt und ist in Pension gegangen. Ohne erschossen zu werden, ohne in die Luft gejagt zu werden, ja sogar ohne von einem Wolf gerissen zu werden.

Eine bessere Episode als Ausklang hätte man der Kommissarin aber schon gewünscht. Sie bekam eine Schnelltherapie ihres Rentenblues bei einer gar beseelten Survivaltrainerin. Während die zwei Natursachen in der Natur machten, ging ihr Kollege Karow in Neonlichtern auf die Pirsch. Trotzdem haben sie beide denselben Mörder gefunden. Irgendwas mit Disziplinarverfahren war dann noch. Aber damit wollte man das verwirrte Publikum nicht mehr erklärend behelligen.

Kommentare