Trutzburg Fasching

Der Humor von Faschingsgilden ist ein Refugium des Rückwärtsgewandten. Braucht er wirklich eine Bühne im TV?
Michael Huber
Villacher Fasching 2026

Für Spaßbremsen wie mich bricht heute die schwierigste Fernsehzeit des Jahres an: Auf vielen Kanälen sind die Zeichen auf Fasching und also auf „Humor“ gestellt.

Wobei ich kein grundsätzlicher Feind des Karnevals bin: Die Idee hinter der Festivität ist ja, dass sich die Verhältnisse umdrehen und jene, die sonst keine Stimme haben, diese erheben können, in welcher Rolle auch immer (siehe S. 25). Schaut man sich an, welche Menschen heute das Weltgeschehen bestimmen, dann erscheint befreites Lachen als eine Art Notwehr, von der es ruhig mehr geben soll.

Der Fernsehfasching aber scheint in den Fängen der „wird man wohl noch sagen dürfen“-Fraktion festzusitzen: In der Trutzburg der Faschingssitzung überleben überkommene Begriffe und Rollenbilder so hartnäckig wie nirgends sonst. Das Zuseherinteresse lässt aber nach. Vielleicht kann man den Fasching ja bald in einen Spartenkanal auslagern.

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