Beruf ohne Zukunft

Nimmt man die jüngste "Big Brother"-Staffel als Indiz, geht die Ära der hauptberuflichen Showkandidaten einem Ende zu
Michael Huber

Michael Huber

Als Walter, mein Ex-Schulkollege aus der Parallelklasse, im Jahr 2000 Kandidat bei der zweiten Staffel der Realityshow „Big Brother“ wurde, haben wir uns gefreut und auch gewundert: Die Sendung machte ihn plötzlich zum Promi, zum „Mädchenschwarm“, ein belangloser Song, den er nach seinem Aus in der Sendung aufnahm, toppte gar die deutschen Charts. Einen Beruf machte Walter daraus trotzdem nie, er ist heute Arzt und Verleger..

Wann die Dauerteilnahme an Reality- und Talentshows zum Vollzeitjob wurde, weiß ich nicht – das Phänomen korreliert aber zweifellos mit dem Aufstieg von Social Media. Nun aber scheint die restlose Vermarktung des Eigenlebens langsam an ein Ende zu gelangen: Die neue„Big Brother“-Staffel, hieß es zuletzt, setze wieder auf Leute ohne Kameraerfahrung wie einen Lackierer aus Wuppertal und eine Krankenschwester aus der Schweiz

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