Das Propeller-Problem: Sind Turboprops heute zuverlässig?
Sind Turboprop-Flugzeuge nicht veraltet und überhaupt noch zuverlässig?
Antwort: Viele Passagiere nähern sich mit Propellern betriebenen Flugzeugen eher misstrauisch. Doch auch diese Art von Verkehrsflugzeug hat sich enorm weiter entwickelt. Der KURIER sprach mit Nathalie Tarnaud Laude, CEO des Flugzeugherstellers ATR, über das Image-Problem von Propeller-Flugzeugen. Sie stellt klar, dass die Flugzeuge heute anders gebaut sind als vor zwanzig Jahren: „Damals waren diese sehr laut, Kabinen eng und unstabil im Flug.“ Die erste ATR Turboprop hatte 1984 den Jungfernflug absolviert und natürlich gab es über die Jahre auch Zwischenfälle. „Heute haben unsere ATR 72-600 modernste Cockpits, die gleichen Sitze wie in einem Airbus A320 und das Flugzeug ist viel leiser. Klar, es gibt Leute, die damit absolut nicht fliegen wollen. Aber ich darf daran erinnern, es gibt viele Flughäfen in der Welt, welche mit Jets nicht bedient werden können“, so die ATR-Chefin.
Turboprops ermöglichen es, aus abgelegenen Regionen wichtige Städte zu erreichen. In Europa bewähren sie sich auf Zubringerflügen, für die die Betriebskosten einer Boeing oder eines Airbus Flugzeuges zu hoch sind, etwa Linz – Frankfurt. Und die Auftragslage bei ATR ist durchaus positiv. „Bis zum Jahr 2030 wollen wir die jährlichen Auslieferungen auf 60 Flugzeuge erhöhen“, erläutert Tarnaud Laude.
Zum Autor:
Kurt Hofmann arbeitet seit dreißig Jahren als Journalist sowie seit 2000 als Luftfahrt-Experte für internationale TV-Stationen. Fragen mit Betreff „Überflieger“ an: reise@kurier.at
Kommentare