Rückholung aus Krisengebiet: Das passiert hinter den Kulissen
Wie bereiten Airlines Evakuierungs-Flüge aus Krisengebieten vor?
Antwort: Die dramatischen Ereignisse in der Golfregion haben zahlreiche Fluglinien veranlasst, Evakuierungen durchzuführen. Wie geht so ein Unterfangen vonstatten, um gestrandete Passagiere wieder nach Hause zu bringen? „Die erste Frage lautet: Wo kann man hinfliegen und sind die Lufträume offen?“, erläutert Oliver Buchhofer, COO der Swiss International Air Lines in Zürich, im KURIER-Gespräch. Buchhofer war in der Planung des ersten Evakuierungsfluges mit eingebunden. Innerhalb von vierundzwanzig Stunden galt es zu planen, welcher Flughafen angeflogen werden kann und ob dieser auch für die Passagiere erreichbar ist.
„Denn man landet an einem Ort, wo diese erst hingebracht werden müssen“, so der COO. Hat man den Ort – wie in diesem Fall Maskat im Oman – eruiert, wird der Flug in den Systemen aufgesetzt, Bewilligungen wie Überflugrechte, Flugroute, Landerechte und eine Beurteilung der Sicherheitslage werden eingeholt. „Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, auch mit jenen vor Ort“. Dann geht es darum, die richtige Crew zusammenzustellen. Diese ist handverlesen und wird einem zusätzlichen Briefing unterzogen. Schließlich fliegt man an einen Ort, wo Swiss normalerweise nicht landet. „Abläufe und Abfertigung sind anders. Das müssen wir entsprechend vorbereiten“, so Buchhofer. Nach sorgfältiger Planung startete schließlich am 4. März um 22:30 Uhr ein Airbus A340 der Swiss in Zürich Richtung Oman, 211 Passagiere wurden erfolgreich zurückgeholt.
Zum Autor:
Kurt Hofmann arbeitet seit dreißig Jahren als Journalist sowie seit 2000 als Luftfahrt-Experte für internationale TV-Stationen. Fragen mit Betreff „Überflieger“ an: reise@kurier.at
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