Kolumnen
01/04/2022

Seelenwund

Gegen psychische Erkrankungen gibt es keine Impfung. Und niemand muss sich dafür schämen.

von Guido Tartarotti

Der Kabarettist, Schauspieler und Schriftsteller Thomas Stipsits ist nicht nur brillant in seinen Berufen, sondern auch noch mutig. In der Ö3-Sendung „Frühstück bei mir“ hat er offen über seine seelischen Nöte gesprochen: „Bei mir sind es die Angst und Panik, die gehen oft über in eine Depression.“ Stipsits begab sich in eine sechswöchige Rehabilitation.

Ja, das erfordert Mut. Denn bei uns gibt es immer noch viele, die psychische Erkrankungen  als Verhaltensoriginalität betrachten und als Antidepressivum „Reiß dich zusammen“-forte verschreiben wollen.

Es gibt, gerade jetzt,  viel mehr Menschen, als man glaubt, die an einer wunden Seele leiden, viele still, weil sie sich schämen. Es kann der Nachbar sein, die beste Freundin, die Cousine, der Arbeitskollege, Ihr Kolumnist.

Höchste Zeit, festzuhalten: Das ist eine ganz normale Krankheit, und sie kann jeden treffen. Leider gibt es dagegen noch keine Impfung.

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