Kolumnen
09/29/2020

Mein Name gehört mir

Namenseintrag beim Wirten? Manche regen sich auf, als hätte man sie aufgefordert, vor jedem Bier alle Kleider abzulegen.

von Birgit Braunrath

Ja, man kann sich den ganzen Tag aufregen. Über die Wetterlage, die Coronaauswirkungen, die Kollegen, die Nachbarn, die Politik, die Meinung der anderen ... Kann man machen. Muss man aber nicht.

Die Wahrnehmung, dass man mit Ablehnung und Zorn jemandem schaden kann, ist richtig. In erster Linie sich selbst. Wetter und Virus zeigen sich hingegen unbeeindruckt. Kollegen, Nachbarn und Politiker ändern sich meist auch nicht auf Zuruf. Nur die eigene Laune und Gesundheit sind nicht resistent gegen die Dauererregung.

Dennoch registriert etwa Wien derzeit eine heftige Registrierauflehnung: Geistig gesunde Menschen regen sich über den Namenseintrag beim Wirten auf, als hätte man sie ersucht, vor jedem Bier alle Kleider abzulegen, den Steuerausgleich zu zücken und ihr peinlichstes Erlebnis zu beichten. Und oft sind es dieselben, die, ohne zu zögern, per Supermarkt-Kundenkarte ihr halbes Leben offenlegen, auf jeder Internet-Seite ihre Daten hinterlassen und dem Pizzadienst sagen, wo sie wohnen.

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