Kolumnen
08/04/2021

Popokritik

Über Buhlschaftsfrisuren, -Busen und -Gesäße. Bzw. über die Kritik daran.

von Guido Tartarotti

Theaterkritik – das sagt Ihr  Autor als hauptberuflicher Theaterkritiker – ist eine merkwürdige Sache. Nämlich der Versuch, etwas zu objektivieren, was nicht objektivierbar ist: einen subjektiven Eindruck. Wenn ein Kritiker etwas schreibt, dann schreibt seine  Lebensgeschichte mit, sein Geschmack, vielleicht auch die Tatsache, dass der Hamster seiner Tochter Blähungen hat und die Pausen-Frankfurter kalt war. Hier fair zu bleiben, ist die wichtigste Aufgabe eines Kritikers, und die ist nicht leicht.

Manche Kritiker ziehen sich daher auf Fakten zurück, bei denen sie sich sicher fühlen: Im Internet, aber auch in manchen Zeitungen, wurde zuletzt über Frisur, Busen und Gesäß der Buhlschaft im Jedermann geurteilt. Wir leben im Zeitalter der Äußerlichkeitsbewertungen. Und man fragt sich: Erfindet das Feuilleton bald die Popokritik?

Wie sagte André Heller einmal in einem KURIER-Interview? Eine Kritik erzählt immer mehr über den Kritiker als über den Kritisierten.

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