Kolumnen
09/17/2019

Pflanzen

Der jüdische Witz und der Weltuntergang.

von Guido Tartarotti

Der ehemalige Oberrabbiner von Wien, Paul Chaim Eisenberg, ist berühmt-berüchtigt für seinen Humor und seine guten Witze. In seinem neuen Buch kommt etwa dieser vor: Die Sintflut naht. Der Priester und der Imam fordern die Gläubigen auf, die letzten Stunden vor dem Ende der Welt zu nutzen, um zu beten. Der Rabbiner dagegen  rät seiner Gemeinde, lieber schwimmen zu lernen.

Das ist ein typischer jüdischer Witz – nicht zum Brüllen, sondern zum Denken gemacht. Der Humor, sagt Eisenberg im KURIER-Interview, hilft dabei, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Und wer sich, wie man in Wien sagt, „pflanzen“ lässt, dem fehlt das Talent zum Fundamentalismus.

Apropos „pflanzen“ – zum Thema Weltuntergang sagt Eisenberg  Folgendes: „Man darf Bäume fällen, aber man muss auch welche anpflanzen.“

Ja, so einfach wäre es.

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