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Stolze Tropfen

Die überholte Welt zwischen Rennradlern und E-Bikern
Andreas Schwarz

Der  Frühling lehnt sich gerade Richtung Frühsommer. Das   Land erblüht. Und auf allen Wegen über dieses blühen uns auch die Radfahrer. Wobei man  nur noch zwei Typen trifft:
Den jugend- bis sehr spätjugendlichen Rennrad- oder Gravel Bike-Nutzer, der in voller  Montur – von Schuh bis Brille gestylt wie für den Giro d’Italia – über die Wege zieht, dass die Wadeln wachsen und der gemütliche Sonntag-Autoausflügler nur so staunt. 
Und mittel- bis spätalterliche E-Biker, die in voller  Montur – von Schuh bis Brille gestylt wie für den Giro d’Italia – über Berg und Tal rollen, als gäb’s Berg und Tal nicht. Weil auf ihren Maschinen, die entfernt wie ein Fahrrad aussehen, macht eh alles der Strom.
Wenn Du da mit Deinem 20 Jahre alten KTM Country City Bike daher schnaufst, in kurzen Hosen, weitem Leiberl und gegen allen Rollwiderstand, erntest Du von den Wadel-Radlern keinen Blick – weil die sind so schnell, die sehen Dich gar nicht; und von den entspannten Strom-Radlern nur mitleidige Blicke –  was schwitzt denn der so? Nur so viel: Jeder Tropfen ehrlich erstrampelt. Und stolz drauf.

andreas.schwarz@kurier.at
 

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