Pfand in Sicht

Seit einem Jahr gilt das neue Pfandsystem. Man kann es auch positiv sehen.
Wolfgang Kralicek

Wolfgang Kralicek

Das neue Pfandsystem für Getränkedosen und Kunststoffflaschen ist auch nach einem Jahr noch umstritten. Die, die ihre Dosen bisher aus dem Autofenster weggeschmissen haben, maulen über die Pfandgebühr; andere sehen im Dosenpfand ein Beispiel dafür, wie uns grüne Symbolpolitik mutwillig das Leben schwer macht.

Man kann das Pfand aber auch positiv sehen. Die Recyclingquote steigt, und für die, die bisher schon den Müll getrennt haben, ändert sich wenig. Vor allem gehört die Rückgabeprozedur im Supermarkt zu den kleinen Sensationen des Alltags. Am besten sind die Geräusche, die das Gerät macht, wenn es "gefüttert" wird: Es hört sich so an, als würden die Leergebinde noch vor Ort zerhäckselt und zu neuen Flaschen und Dosen verarbeitet.

Ein Problem gibt es. Am Ende fragt die Maschine, ob sie einen Pfand-Bon ausdrucken soll oder ob man spenden möchte. Der Effekt: Wer sich für den Bon entscheidet, hat auch als braver Mülltrenner das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Katholisch ist es also auch noch, das Pfandsystem.

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