Feste

Über das schlechte Gewissen, das uns der Handel zu den Feiertagen macht
Andreas Schwarz

Feste muss man feiern wie sie fallen. Da sind wir in Österreich ja (Welt-)Meister: So viele Feiertage wie bei uns gibt es kaum wo. So viele Fenstertage dazwischen auch nicht. Und die kann man mit geschickter Urlaubs-/Ersatzruhetag-/Krankfeier-Planung zu Endlos-Freizeit umwandeln, wie uns mediale Ratgeber Jahr für Jahr schon im Herbst fürs nächste Jahr nahelegen.  
Weil beim Feiern die Geldbörse locker sitzt, legt  uns der Handel auch gerne per Umfrage nahe, wie viel der Österreicher zu Weihnachten, zu Valentin,   zum Muttertag im Schnitt für Geschenke ausgibt. Auf dass er, wenn er’s liest, ein schlechtes Gewissen bekommt, dass er noch nicht so viel ausgegeben hat.
Man kann dem Trend auch widerstehen. Zum Beispiel jetzt, da Ostern naht. Ein bisschen Oster-Handwerk in der Wohnung verteilen, ein paar Ostereier verstecken und allenfalls noch  ein Buch dazu („Vierte Kassa, bitte!“ böte sich an, nur falls Sie noch eines suchen) –  so ging feiern auch einmal, und es war fein. Ganz abgesehen vom eigentlichen Anlass des Festes. andreas.schwarz@kurier.at

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