Am Drücker

Über Männer, die auf Knöpfe drücken.
Wolfgang Kralicek

Wolfgang Kralicek

Für kleine Kinder haben Knöpfe etwas Unwiderstehliches. Ob in der Straßenbahn oder im Aufzug, ob im Museum oder an der Fußgängerampel – kaum sehen sie irgendwo einen Knopf, melden sie Ansprüche an: "Darf ich drücken?"

Normalerweise verliert sich das nach einiger Zeit, und spätestens beim ersten Smartphone ist Wischen dann viel interessanter als Drücken. Bei manchen Menschen aber hält sich die Faszination ein Leben lang. Genauer gesagt, bei manchen Männern, denn tatsächlich sind fast ausschließlich Männer betroffen. Viele von ihnen brauchen eben das Gefühl, am Drücker zu sein.

Besonders dynamische Individuen lassen sich nicht einmal dann davon abhalten, wenn schon jemand vor ihnen gedrückt hat. Sie drücken einfach noch einmal, als ob sie anderen nicht zutrauen würden, das richtig zu machen.

Normalerweise ist diese Zwangsstörung harmlos. Problematisch wird es, wenn Männer, die auf Knöpfe drücken, zu mächtig werden. Stichwort: roter Knopf. "Darf ich drücken?" Nein!

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