Ho-Ho-Ho

Über Revolutionäre auf der Rax
Andreas Schwarz

Am Wochenende nur ja aufpassen auf der Rax! Letztens geriet dort eine Gruppe von 12 Schneeschuhwanderern in Bergnot. Ihre Führerin war irrtümlich auf den Ho-Chi-Minh-Pfad abgebogen. Vermutlich nach links. Und der führte in Nebel und Dunkelheit.
Spannend ist daran, dass es auf dem Hausberg der Wiener einen Pfad gibt, der so heißt wie der Verbindungspfad zwischen Nord- und Südvietnam während des Vietnamkrieges. Und der nach dem marxistisch-leninistischen Revolutionär und Guerillakämpfer benannt ist, der später Held der 68er-Bewegten wurde.
Frage: Sollte man nicht alle Steige auf der Rax kommunistisch umbenennen? „Leuchtender Pfad“ oder Maos „Langer Marsch“ böten sich an. Oder muss man im Gegenteil den Ho–Chi-Minh-Pfad kontextualisieren? Man könnte ihn um 3,5 Grad neigen (das halten Bergwanderer aus). Einmal geneigt könnte man ihn in Lueger-Steig umbenennen - der ist dann quasi schon kontextualisiert, und man spart sich die 776.000 Euro fürs Kippen des Lueger-Denkmals in Wien. 
Die Schneeschuhwanderer wurden übrigens gerettet. Ho-Ho-Ho-Chi-Minh! sei Dank, oder so.

andreas.schwarz@kurier.at

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