Futsch

Was man in dieser einen Stunde alles schaffen könnte.
Christina Böck

Am Sonntag machen wir wieder einmal etwas, das wirklich nur Menschen einfallen kann. Ein, sagen wir, Erdmännchen würde nie sagen: „Leute, Achtung, Spitzenidee: Wir vergraben heute mal eine Stunde. Die holen wir dann in sieben Monaten wieder raus.“ Würden die nicht machen. Wir schon. Wir drehen in der Nacht auf Sonntag wieder unsere Uhren eifrig vor und verzichten auf eine nicht unerhebliche Zeiteinheit. Einfach so. Futsch.

Dabei wäre das die Stunde gewesen. Die Stunde, in der endlich einmal etwas weitergegangen wäre. In der wollten wir eigentlich die Sagrada Familia fertig bauen. Oder das rätselhafte Voynich-Manuskript entziffern. Die Stunde, in der wir die Formel für den Weltfrieden und für eine saubere Energiegewinnung gefunden hätten. Die Stunde, in der wir herausgefunden hätten, ob wir allein im Universum sind. Und in der der große Wäschestapel endlich mal aufgeräumt worden wäre.

Und dann war da noch was, was war das schnell. Ach ja. Schlafen. Schlafen hätte man in dieser einen Stunde auch sehr schön können.

Kommentare