Fußball-Krieg

Ein Fußballmatch kann eine Schlacht sein, aber auch die Rettung.
Wolfgang Kralicek

Fußball ist Krieg, heißt es manchmal. Wenn Verletzte vom Feld getragen werden, die aus offenen Wunden bluten, und die Rauchschwaden der bengalischen Feuer wie Pulverdampf in der Luft stehen, sehen Fußballfelder tatsächlich wie Schlachtfelder aus. Ein echter „Fußball-Krieg“ flammte 1969 zwischen Honduras und El Salvador auf; er hieß deshalb so, weil er durch ein WM-Qualifikationsspiel der beiden Länder ausgelöst wurde.

Jetzt könnte der Krieg im Nahen Osten dazu führen, dass der Iran nicht an der Fußball-WM in den USA teilnimmt. Das wäre ein verschmerzbarer Verlust. Viel schwerer wiegt, was derzeit den Fußballerinnen des iranischen Frauen-Nationalteams widerfährt. Weil sie beim Asien-Cup in Australien das Singen der Hymne verweigert hatten, wurden sie vom Regime massiv bedroht. Einige Spielerinnen haben deshalb um Asyl angesucht, andere bestiegen unter Tränen das Flugzeug zurück in die Heimat.

Fußball kann wie Krieg sein. Nicht in diesem Fall. Hier war das Fußballstadion ein Safe Space für Frauen, die jetzt in den Krieg geschickt werden.

Kommentare