Europlüschion

Neuerdings braucht der Song Contest etwas mehr Flausch.
Christina Böck

Niemand soll in Wien heuer nicht mitkriegen, wenn der Song Contest in Wien ist, hat Bürgermeister Michael Ludwig sinngemäß diese Woche gesagt. Wahrscheinlich, weil ihm selbst bewusst war, dass das ein bisschen wie eine Drohung klingt, hat er sich dann flugs in die tröstenden Arme eines bunten Flauschriesen versenkt. Aus irgendeinem Grund scheint man zu glauben, dass der Singbewerb ein pink-lila Plüschmaskottchen braucht, vielleicht, um es als Puffer zwischen die Fronten zu schmeißen, wenn es dann doch nicht so unpolitisch wird, wie man das gerne hätte.

Auri heißt der kuschlige Kumpan. Er dürfte ein uneheliches, im Alkopops-Rausch gezeugtes Kind vom bunten Confetti aus dem Kinder-TV der 1990er sein. Großväterliche Gene stammen offensichtlich vom behäbigen Holli Knolli vom Ferienspiel, der hat die kartoffeligen Rundungen beigesteuert. Nur die Helmi-DNA sucht man vergeblich. Der ist auch viel zu spießig für den Song Contest. Kopfhörer hat der Auri übrigens auch. Vermutlich, um die Song-Contest-Musik übertönen zu können.

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