Belieben zu scherzen
Es hat schon ein bisschen Tradition, dass britische Monarchen US-Präsidenten auf der Schaufel haben. Queen Elizabeth II. hat einmal nach einem unschuldigen Versprecher von George W. Bush diesen scharfzüngig spüren lassen, dass selbst sie noch nicht 1776 auf der Welt war. Der rhetorische Apfel fiel diese Woche nicht weit vom Stamm. Da hat ihr Sohn Charles im Weißen Haus eine Rede gehalten, die getrost als Stand-up-Comedy durchgegangen wäre, so hoch war die Gag-Dichte. Er meinte sinngemäß zum Beispiel in Anspielung auf den Abriss des Ostflügels, beim Demolieren des Weißen Hauses müsste sich Donald Trump schon etwas mehr anstrengen. Britische Truppen hätten das beim Brand von Washington 1814 nachhaltiger hingekriegt.
Gewagt. Aber immer noch geschmackvoller als alles, was Trump so unter Humor versteht. Da bekam der US-Präsident also eine diplomatisch erzwungene, jedoch knackige Lektion in Geschichte und geistreichem Witz. Oder anders gesagt: Hätte der König eine Late-Night-Show, hätte Trump schon die Lizenzen seines Senders prüfen lassen.
Kommentare