Bitte nicht füttern!
Nach ihrer Niederlage im Viertelfinale der Australian Open verspürte Coco Gauff das dringende Bedürfnis, ihren Tennisschläger zu zertrümmern. Weil die US-Amerikanerin aber gut erzogen ist, wartete sie mit ihrem Zornausbruch, bis sie den Platz verlassen hatte und sich unbeobachtet wähnte.
Weil inzwischen aber auch die Gänge im Inneren des Stadions von Kameras erfasst werden, konnte alle Welt sehen, wie Gauff sich an ihrem unschuldigen Racket abreagierte. Ihre Kollegin Iga Swiatek fragte: "Sind wir Tennisspielerinnen oder Tiere im Zoo?"
Nicht nur im Tennis geht der Trend zur gläsernen Sportlerin. Im Ski-Weltcup zoomen die Kameras im Startbereich ganz nah an Läufer ran, die sich gerade konzentrieren möchten. Im Fußballstadion werden die Akteure so lückenlos überwacht, dass sich viele die Hand vor den Mund halten, um Lippenleser auszutricksen. Nur die Garderobe ist noch tabu, aber wahrscheinlich ist auch das nur eine Frage der Zeit.
Sportlerinnen und Sportler brauchen einen Safe Space. Schon deshalb, weil das ungestörte Zertrümmern von Tennisschlägern ihrer Seele guttut.
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