Adieu
Barfuß in den Straßen von Saint-Tropez, das war Mitte der Fünfzigerjahre ziemlich punk, wie es ein französischer Fernsehmoderator ausdrückte. Später „Je t’aime … moi non plus“ von und mit Serge Gainsbourg. Hätte heute noch Skandalpotenzial. Noch später ihr Engagement für extrem Rechts: ein Grund, warum sich das offizielle Frankreich schwertat mit der Verabschiedung dieser Ikone.
Brigitte Bardot blieb in gewisser Weise ihr Leben lang punk. Rebellisch und immer das tuend, was man nicht von ihr erwartete. Jean-Luc Godard etwa, Kultregisseur der Nouvelle Vague, war höchst unerfreut, als ihm die Produzenten die Bardot für seinen Film „Die Verachtung“ aufs Aug’ drückten. Er war schließlich Künstler, wollte mit vordergründiger Sexyness, mit der er die Bardot verband, nichts zu tun haben. Ein Irrtum. Bardot war nicht nur eine Sexbombe, sondern auch eine Bombenschauspielerin.
Am Mittwoch wurde sie begraben. Auch wer nicht mit ihrer politischen Einstellung d’accord war, darf trauern. Menschen mit all ihren Widersprüchen anerkennen: Möge auch dies ihr Vermächtnis sein.