Kolumnen
02/13/2019

Liebeserklärung zum Ausschneiden

Die Liebe ist eine großartige Geschäftsidee. Vielleicht sogar die beste von allen

Die Liebe ist eine fulminante Geschäftsidee: Im Gegensatz zu Geld fühlt man sich paradoxerweise immer reicher, je mehr man davon hergibt. (Einzige Einschränkung: Das gilt nur für die Hartwährung echt empfundener Liebe, nicht für das auf dem Zuneigungsmarkt weit verbreitete Falschgeld, das Bedürftigkeit heißt und sich als Liebe tarnt.)

Die Liebe ist eine großartige Geschäftsidee – auch aus Sicht der Blumenhändler, die am 14. Februar, dem Feiertag der Liebe, groß Umsatz machen. Allerdings gibt es keinen Devisenkurs, mit dem man umrechnen könnte, wie viele Rosen zum Valentinstag wie viel Liebe bedeuten. Denn manchmal ist ein Wort mehr wert als jedes Schmuckstück. Und Worte kann man nicht kaufen. Man kann sie aber ausborgen, zum Beispiel bei Peter Turrini, der in seinem Gedichtband „Im Namen der Liebe“ Folgendes schrieb:

Solange die Existenz – und die Lage – des Paradieses –
nicht geklärt sind – halte ich mich – an dich

Schöner kann man das Unerklärliche, schöner kann man die Liebe nicht erklären (und wer sich’s nicht sagen traut, der macht einen Screenshot oder druckt – und schneidet – es einfach aus).