Kolumnen
04/16/2019

Karl Koller – ein Name, zwei Legenden

Tagebuch: KK & KK – sie hatten in Österreichs populärsten Sportarten auf Schnee und Gras Außergewöhnliches geleistet.

Ehe ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel umfangreiche Personal-Änderungen im Skiverband verrät, lässt er einen Ski-Pionier ehren.

100 Jahre

wird am Dienstag Karl Koller alt. Er hatte das erste Hahnenkamm-Rennen nach dem zweiten Weltkrieg gewonnen. Er gründete die legendäre Kitzbühler Rote Teufel-Skischule. Er schrieb viele Lehrbücher. Er gilt als Erfinder des Kurzskis. Er war stolz, als es sein Enkel Alexander zum ersten Kitzbühler Snowboard-Weltcupsieger brachte. Und er fuhr als

97-jähriger noch Ski. In kleinem Kreis erwartet den Junghunderter an seinem Ehrentag, am 16.April, eine Feier. Dazu beauftragte der 23 Jahre jüngere Schröcksnadel einen in Kitzbühel lebenden Wiener Künstler, ein Ölbild zu malen, das Koller als Roten Teufel auf der Streif-Abfahrt zeigt.

90 Jahre

wäre der Fußball-WM-Bronzemedaillengewinner von 1954, Karl Koller, vor drei Monaten geworden. Kein anderer niederösterreichischer Fußballer brachte es je so oft (nämlich 86-mal) zu Teamehren wie er. Doch im Gegensatz zum Ski-Koller geriet der Kicker-Koller ( 2009) schon zu Lebzeiten selbst in seiner Heimat in Vergessenheit. Was vielleicht auch daran lag, dass Koller nie für den (schon damals medial bevorzugten) SK Rapid gespielt hatte. Nie so gefeiert worden war wie ein Happel oder Hanappi.

Koller führte ein Gasthaus in Blumau. Täglich fuhr er vom Bezirk Baden zum Training auf die Döblinger Hohen Warte. Zur Vienna, in der man meist nur Wiens vierte Kraft sah. Doch Rapid, Austria und der (zu dieser Zeit extrem starke) Sportklub hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Mit ihm als Kapitän wurde die Vienna 1955 Meister. Heuer kann Österreichs ältestem Klub ein Titelgewinn nur in der fünften Leistungsstufe gelingen. Danach wird auch Viennas 125.Geburtstag gefeiert.