Kolumnen
04/30/2021

Angst vor der Angstangst

Impfphobie? Fürchtet euch nicht! Es gibt so viel, wovor man Angst haben kann, dass man besser gar nicht erst damit anfängt.

von Birgit Braunrath

Während das Modeleiden Flugangst pandemiebedingt derzeit kaum Kundschaft hat, ist die Trypanophobie aktuell der Renner: die Injektionsangst (von griechisch trýpanon – der Bohrer). Aber so einfach ist das gar nicht, denn es gibt vier Unterkategorien: Belonophobie, die Angst vor Nadeln; Aichmophobie, die Angst vor spitzen und scharfen Gegenständen; Vaccinophobie, die Angst vor dem Impfstoff, und Hämatophobie, die Angst vor Blut.

Andere mögliche Ursachen sind etwa Kathisophobie, die Angst vorm Sitzen (das ließe sich zwar durch Stehen umgehen, doch soll man, wenn man unter Trypanophobie leidet, nicht im Stehen geimpft werden, da man leicht umkippen kann). Oder auch Gymnophobie, die Angst vor der Nacktheit (ist bei der Coronaimpfung relativ unbegründet, da nur ein Oberarm des zu Impfenden nackt sein muss und der Impfende bekleidet ist), oder Haptophobie (auch: Aphephosmophobie), die Angst vor Berührung (da wird es schon schwieriger, Impfen mit Darts-Pfeilen wäre hier eventuell eine Lösung).

Wer seine Ängste aus Scham lieber für sich behält, leidet höchstwahrscheinlich unter Gelotophobie, der Angst, ausgelacht zu werden. Und wer sich vor der eigenen Angst fürchtet, hat Phobophobie – Angstangst. Oder, wie der Wiener sagt: „Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben.“

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