Imperiale Darbietung
Es ist die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum überhaupt, die vom 1. Mai bis 2. November 1873 in Wien stattfindet. Franz Joseph I. ist Kaiser von Österreich und es heißt, die Monarchie habe diese Wiener Weltausstellung mit Absicht organisiert, um ihren Glanz und auch die technischen Fortschritte zu zeigen.
Nicht zuletzt ist es eine Präsentation des wieder gewachsenen Selbstbewusstseins Österreichs nach den verlorenen Kriegen gegen Piemont/Frankreich im Jahr 1859 und Preußen im Jahr 1866.
Eine prominente Rolle kommt den Habsburgern zu Gute. Sie führen mit Erzherzog Rainer und Erzherzog Karl Ludwig das Organisationskomitee an.
Doch der Börsenkrach am "schwarzen Freitag", dem 9. Mai 1873, lässt nicht nur die Besucherzahlen einbrechen, sondern führt zu einer wirtschaftlichen Rezession.
Und dann ist da noch das Glas Wasser zum Kaffee
Die Wasserqualität ist in manchen Städten nicht sehr gut. Daher wird der benutzte Kaffeelöffel aus hygienischen Gründen im zum Kaffee servierten Glas Wasser abgelegt. Diese Gewohnheit ändert sich mit der Weltausstellung.
Denn im Jahr 1873 geht auch die "I. Wiener Hochquellenleitung" in Betrieb. Als Beweis, dass Speisen und Getränke aus sauberem, kristallklaren Wiener Hochquellwasser zubereitet werden, servieren die Cafetiers zum Kaffee dieses berühmte Glas Wasser. Die Reinigung des Löffels im Wasserglas ist ab sofort Vergangenheit. Das Glas Wasser gehört zur Kaffeehauskultur nicht nur in Wien, sondern hat im Laufe der Zeit von Wien aus seinen Siegeszug rund um die Welt angetreten.
Übrigens: In Erinnerung an den ursprünglichen Zweck wird auch noch heute oft der Löffel auf dem Wasserglas liegend serviert.
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