Kolumnen

Humor-Nobelpreis

Alle sind voller Wichtigkeit und vertreten ihre Meinungen mit dem heiligen Ernst von Missionaren.

von Guido Tartarotti

10/02/2021, 05:00 AM

Wir leben in humorlosen Zeiten. Alle sind voller Wichtigkeit und vertreten ihre Meinungen mit dem heiligen Ernst von Missionaren. Lachen gilt als verboten, wenn das Klima sich erhitzt/Menschen flĂŒchten/Corona wĂŒtet (nach freier Wahl etwas einsetzen).

Humor vertrĂ€gt sich nicht gut mit Wichtigkeit, weil er relativiert: WorĂŒber man lachen kann, das verliert an Heiligkeit und Bedeutsamkeit und wird fassbar, vor allem die eigene Person. Humor rettet vor dem Abgrund.

Im KURIER-Interview sagte der ehemalige Wiener Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg: „Der  Fundamentalist beispielsweise hat keinen Humor. Er nimmt alles zu ernst, glaubt, alles besser zu wissen.“ Und im profil erklĂ€rte der Musiker und Schriftsteller Sven Regener: „Das ist die Schwierigkeit mit humorlosen Menschen, es gibt bei ihnen keine Erleichterung.“

NĂ€chste Woche werden die Nobelpreise vergeben. Wie wĂ€re es mit einem Nobelpreis fĂŒr Humor?

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