Kolumnen
12/20/2021

Grüß Gott

Sepp Forcher: Echte Volksmusik, Berge, Weltoffenheit, Neugier - und viel Güte.

von Guido Tartarotti

Es war eine Karriere, wie sie in dieser Form wohl nur in Österreich möglich ist: Vom Hüttenwirt zum Fernsehstar. Sepp Forcher, mit seinem markanten Bart und dem weichen, irgendwo zwischen Südtirol, Salzburg und diversen Berggipfeln angesiedelten Dialekt, hat dieses Land mehr geprägt, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Sein großes Verdienst war es, unermüdlich daran zu erinnern, dass es eine echte, wertvolle Volksmusik abseits von sumpfiger Skihüttensaufbeschallungssoundtracks gibt.

Forcher – „Grüß Gott in Österreich“ – war leicht zu imitieren und gleichzeitig völlig unparodierbar. Weil er aus einem Stoff gebaut war, der selten und kostbar geworden und niemals lächerlich ist: Güte.

Giuseppe Forcher, geboren in Rom und überall zu Hause, wo es Berge und/oder Musik gibt, ist im Alter von 91 Jahren auf die letzte Wanderung gegangen.

Möge uns seine weltoffene, versöhnliche, immer auf das Gegenüber neugierige Haltung Vorbild sein.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.