Kolumnen
01/17/2020

Fertigmachen zum Ärgern

Angeblich verträgt der Wiener Hotelmarkt noch ein paar "große Marken". Den Wienern allerdings reicht's schön langsam

von Barbara Mader

Großhirn an alle, fertig machen zum Ärgern.

Otto Waalkes’ zeitlos schöne anatomische Erläuterungen passen gerade wieder gut. Das Jahr ist noch jung und schon geht die Keppelei wieder los. Seit geraumer Zeit fragt sich das Redaktionskomitee der Wiener Ansichten, wie das mit der Kommunikation im Straßenverkehr weitergehen soll. Wenn alle nur in ihr Handy starren und wie blinde Hendln auf die Straße stolpern. Und es andererseits ziemlich wenige Autofahrer zu kümmern scheint, dass man Fußgängern zumindest am Zebrastreifen den Vortritt lassen sollte.

Apropos Ärgern über Autos: Unter dem Neuen Markt bauen sie ja jetzt eine Tiefgarage. Zugegeben, ein Fortschritt, dass die Autos künftig von der Oberfläche verschwinden. Gescheiter wäre es gewesen, sie ganz draußen zu lassen. Warum es einer Stadt wie Barcelona gelingt, die Innenstadt autofrei zu gestalten, aber Wien nicht, bleibt schleierhaft. Allerdings ist diese Geschichte wohl gegessen. Der Platz bietet genug aktuelles Empörungspotenzial: Wer hat diesen merkwürdigen Glaskobel am Biedermeierhaus der Bäckerei Oberlaa genehmigt und vor allem: warum?

Der hässliche Anbau ist jedoch eine Bagatelle im Vergleich zu dem, was der Wiener Innenstadt insgesamt droht: Bis Ende des Jahres 5.000 Hotelbetten mehr als derzeit, so die Prognose. In den Jahren darauf geht der „Boom“, wie es seitens der Hoteliervereinigung heißt, munter weiter. Schließlich vertrage der Wiener Hotelmarkt noch ein paar „große Marken“.

Liebe Tourismus-Fetischisten: Kennt ihr das Märchen vom Fischer und seiner Frau? Die, die nicht genug kriegen kann? Wisst ihr, wie das ausgeht? Am Ende verlieren alle. Wenn der Graben dereinst überrannt sein wird wie der Markusplatz in Venedig, wenn kein Wiener sich mehr freiwillig in die Innenstadt begeben wird, dann wird es wohl auch wurscht sein, dass ich mir beim Meinl am Graben bald keine Trost-Schoki mehr kaufen kann. Der sperrt nämlich demnächst für lange Zeit zu.

Großhirn an alle ...

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