Kolumnen
05/17/2020

Ente gut, alles gut? Das nicht ganz ungetrübte Vergnügen am See

Wasservögel beobachten, kiten, segeln, baden gehen. Die Saison am Neusiedler See ist eröffnet. Leider hat er wenig Wasser.

von Katharina Salzer

Und er, er trottet hinterher. Zielsicher landet die Ente in Podersdorf einen halben Meter vor meinen großen Zehen, um sich Futter abzuholen. Der Erpel setzt hinter ihr auf, schaut zu und schnattert. Die zwei scheinen über die Ortsgrenzen hinweg bekannt zu sein. „Liebe Grüße an Frau Ente. Der Herr Erpel trottet immer noch hinterher“, schreibt eine Kollegin, nachdem sie ein Foto gesehen hat. Der Neusiedler See hat also einige Attraktionen parat.

Wasser abgegraben. Segeln, surfen, kiten, Stand-up paddeln – und sich im Wasser abkühlen. Allerdings gibt es ein Problem, das immer Sommer noch offensichtlicher werden könnte: Der See hat extrem wenig Wasser. Die Trockenheit macht ihm nicht erst seit heuer zu schaffen. Doch die Corona-Krise hat derzeit dem Klimawandel als Thema das Wasser abgegraben. Jetzt, wo der Österreichurlaub vielleicht ohne große Alternativen bleibt, könnte der Blick schneller auf die Problemstellen hierzulande fallen. Wenn man am See liegt, im Wald wandert oder mit dem Fahrrad den Flüssen entlangfährt. Vielleicht passen wir die Urlaube auch in Zukunft an diese Situation an.

Jedenfalls wird Zeit für das Wesentliche sein. Auch die Enten in Podersdorf nach dem Kitekurs zu beobachten.

Tipps

1. Wasservögel. Die Tiere nicht mit Essensresten versorgen. Das Füttern mit Mais, altem Brot, Semmeln oder Nudeln schadet ihnen.

2. Windvorhersage Was auch immer man am See tun will, es zahlt sich aus, einen Blick auf die Windvorhersage zu werfen. Eine Möglichkeit unter vielen: swz.at

3. Weinvorräte Falls der Wind zu stark zum Radlfahren oder zu schwach zum Kiten ist, kann man sich im Weinwerk in Neusiedl/See mit den Weinen der Region eindecken.