Der widerwillige Monarch
Am 6. Juni feiert Albert von Belgien Geburtstag. Der bald 92-Jährige ist der erste belgische Monarch, der 2013 freiwillig abgetreten ist. König Albert II. übernimmt nur widerwillig den Thron, den er schon seinem Sohn Philippe übertragen hat.
Vorgänger König Baudouin wünscht es so, denn Alberts Sohn Philippe gilt nur als mäßig begabt. Albert folgt 1993 seinem älteren, kinderlosen Bruder Baudouin als sechster König der Belgier aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha auf den Thron.
Der König der Belgier hat keine politische Macht und nur eine repräsentative Rolle im Staat. Anders als sein Bruder König Baudouin gilt Albert als lockerer Typ. Flotte Motorräder, Autos und die Frauen haben es ihm angetan, was ihm den Spitznamen "Prinz Leichtfuß" einträgt.
Mit der Verlobung mit der temperamentvollen Italienerin Paola Ruffo di Calabria sorgt er für Aufsehen. Am 2. Juli 1959 wird in Brüssel Hochzeit gefeiert.
Delphine, die neue Prinzessin für die Belgier
1999 erfahren die Belgier durch die Biografie von Mario Dannehls, dass ihr König, der dreifache Vater, eine nicht eheliche Tochter hat. Die in London lebende Künstlerin Delphine Boël, aus der 18-jährigen Beziehung mit der belgischen Adeligen Sybille de Selys de Longchamps. Jahrelang streitet Albert die Vaterschaft ab.
Am 27. Jänner 2020 dann der Paukenschlag: Albert II. erkennt Delphine Boël als Tochter an. Der ehemalige König habe beschlossen, "diesem lästigen Verfahren in Ehre und Würde ein Ende zu setzen", erklärt sein Anwalt Alain Berenboom.
Den Kampf seiner Tochter um Anerkennung als "lästiges Verfahren" zu bezeichnen, sagt mehr über den Charakter des früheren Regenten aus, als ihm sehr wahrscheinlich lieb ist.
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