Das Wagnis, gut zu sein

"Tartarotti schaut fern": Axel Corti ist immer noch tot. Er fehlt jeden Tag.
Guido Tartarotti

Guido Tartarotti

Vor 85 Jahren wurde Axel Corti geboren, vor 25 Jahren ist er gestorben. Sein Tod ist ein Skandal, und ein solcher ist die Tatsache, dass heute Menschen leben, die nicht mehr wissen, wer Axel Corti war.

Die lobenswerte ORF-Kultursendung „Matinee“ zeigte das Porträt „Warst du Axel Corti?“, das ist zwar schon 15 Jahre alt, aber immer noch ein guter Film, es vermittelt eine Ahnung davon, wie wertvoll dieser Filmregisseur, Autor und Radio-Feuilletonist war. In dem Film kam auch der langjährige ORF-Chef Gerd Bacher zu Wort, der über seine Auffassung von Fernsehen sagte: „Ich war immer ein Zwangsbeglücker. Wir machen ein gutes Programm für ein Publikum, das nicht weiß, was das ist.“

Apropos: Der ORF zeigt  Montag,  Mittwoch und Donnerstag die drei Teile von „Radetzkymarsch“, jener  Joseph-Roth-Verfilmung, an der Corti bis zu seinem Tod arbeitete. Dafür ist er hoch zu loben. Dass er dieses leuchtende Beispiel dafür, wie gut Fernsehen einmal wagte, zu sein, jeweils um Mitternacht versteckt, ist unverzeihlich.

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